Vorwort
Dr. Friedhelm Berger,
Kommissar der
European Professional Beekeepers Association
Dachverband der europäischen Berufsimkerverbände
Liebe Bienenfreunde,
leider sind bestimmte Tatsachen bezüglich des Bienensterbens beziehungsweise
besser des Bienenvolksterbens selbst bei Imkern nicht bekannt. Sehr oft wird
auch ein Schaden an Bienen oder Bienenvölkern nicht richtig erkannt, der Fehler
beim Imker gesucht, wegen möglicher falscher Bienenvolkführung oder Behandlung
gegen Krankheiten. Die wenigsten Imker wissen aber, dass es sich um einen Faktorenkomplex
handelt.Man muss den Bien betrachten!
Bienengefährlich ist nicht gleich Bienenvolkgefährlich!
Leider gibt es noch immer unterschiedliche Kriterien in den verschiedenen EU-Staaten
bei der Zulassung von Pflanzenschutz- oder Tierarzneimitteln.
Leider wird das ganze nicht "integriert" und "nachhaltig" betrachtet!
Leider wird überall nur auf bienengefährlich aber nicht auf bienenvolkgefährlich
untersucht.
- In den meisten EU-Staaten ist ein Produkt dann bienengefährlich, wenn erwachsene Bienen (genaues Alter nicht vorgeschrieben) in vorbestimmter Pflanzenschutzmittelkonzentration besprüht oder gefüttert werden und danach nach einer bestimmten Zeit mehr als 50 % der Bienen tot sind. Das heißt, wenn zum Beispiel in der 48. Stunde 49 % tot sind und die anderen restlichen 51 % in der 49. Stunde dann ist das Präparat nicht bienengefährlich.
Welcher Landwirt würde es in Kauf nehmen, wenn fast 50 % seiner Nutztiere an den von ihm gespritzten Pflanzenschutzmitteln verenden würden?
- Bienenbrut sind keine Bienen, wenn nicht die Firma von sich aus es als bienengefährlich einreicht! Wird nicht ausgezählt sondern nur beobachtet.
- Wenn Bienen im Feldversuch in ihrer Orientierung durch Präparate mit Verwirrungscharakter (Nervengift Imidacloprid) gestört werden und deshalb nicht in das Bienenvolk zurückfinden, so ist das Präparat nicht bienengefährlich.
- In manchen EU-Staaten kommen legal oder illegal Tankmischungen zum Einsatz und werden nicht überall extra als Präparat zugelassen. Die Mischung kann aber bienen- und bienenvolkgefährlich sein.
- Der Eintrag verschiedener Pflanzenschutzmittel von unterschiedlichen Feldern und zu unterschiedlichen Zeiten und die oft daraus entstandene Cocktailwirkung wird nirgends berücksichtigt!
Der Eintrag kann dann aber im Ergebnis bienen- und bienenvolkgefährlich sein.
- Bienenvölker verhungern oft sofern nicht gewandert wird am Standplatz, weil unsere landwirtschaftlichen Flächen aufgrund von Herbizideinsatz eine Agrarsteppe sind und oft auch im Forst aufgrund der Selektivfresser Rehwild keine blühenden Pflanzen zu finden sind. Leider ist das schon so flächendeckend, dass Imker Hunderte von km wandern müssen, was aber wiederum nicht für die Gesamtheit der Bienenvölker ausreicht. Viele Imker wandern deshalb schon EU-weit und entwickeln sich zu Nomaden!
Lasst uns auf die Einsicht unserer Politiker hoffen, dass sie zu Gunsten einer
nachhaltigen Land-Forst-Wirtschaft die Sorgen der Imker berücksichtigen und
endlich die Rahmenbedingungen ändern.
Dr. Friedhelm Berger
Pfeilerweg-Lindenhof
D-76228 Karlsruhe

Die European Professional Beekeepers Association ist der Dachverband der europäischen
Berufsimkerverbände.

Dr. Friedhelm Berger,
EPBA-Kommissar

Die Auswirkungen von auf Nervengiften basierenden Saatgutbeizmitteln wie Imidacloprid
auf die Bienenbrut müssen nicht untersucht werden!!! Das geltende, mehr als
20 Jahre alte Pflanzenschutzmittel-Gesetz berücksichtigt diese neue Generation
von Pflanzenschutzmitteln in keiner Weise!
http://www.bienensterben.info/de/berger.html